Die Planung

Das kann ja nicht so schwierig sein, ist ja doppelt so groß. So oder so ähnlich dachten wir, als wir den Auftrag erhielten, für Messen und Ausstellungen eine Spur 0 Segmentanlage zu bauen. Schließlich sind wir nicht gerade unerfahren im Bau von Halb-Null-Anlagen. Wir, das sind übrigens Bruno Kaiser, seit vielen Jahren wohl bekannt als Modellbauer sowie durch Artikel und Publikationen, und HaJo Wolf, Planer, Miterbauer und stolzer Besitzer von Weyersbühl.

Abgesehen vom "nur doppelt so großen" Maßstab unterscheiden sich die Anforderungen an die Segmente erheblich von denen einer stationären Heimanlage: die Segmente müssen handlich und leicht sein, dabei aber stabil und äußerst passgenau. Und sie müssen, natürlich, auch problemlos transportabel sein, am besten palettenfähig, damit der Messebauer die Anlage mitnehmen kann.

Die Maße der Anlage sind vorgegeben durch die verschiedenen Standgrößen: eine maximale Tiefe von 100 cm, die ggf. sogar auf 70 cm reduziert weden kann, und eine Segmentbreite von ebenfalls 100 cm, um eine Anlage von vier, fünf oder sogar sechs Metern Länge ausstellen zu können. Da es sich um eine Vorführ- und Ausstellungsanlage handelt, sollen so weit wie möglich die Produkte, sprich Gleise und Zubehör, auch dargestellt werden.

Das stellte schon an die Planung hohe Anforderungen, wollten wir doch trotz der Vorgaben (möglichst viele der Lenz Spur 0 Gleise und Produkte zeigen) unbedingt eine überladen wirkende Gleisansammlung vermeiden. Eine weitere Herausforderung war, dass Weichen oder Kreuzungen zugunsten der Betriebssicherheit und der Optik nicht über die Segmentgrenzen platziert werden sollten - und das bei einer Länge von gut 45 cm für eine Weiche und fast 59 cm für die Kreuzungsweiche und der Segmentbreite von nur 100 cm! Also, ran an den Mac, RailModeller gestartet und geplant, was Maus und Tastatur hergaben.

Der Gleisplan

Die Gleise von Lenzhausen Nullingen liegen nur auf den 70 x 100 cm großen Segmenten, die 30 cm breiten Zusatzstücke werden "nur" gestaltet und können, wenn nicht genügend Platz vorhanden ist, auch weggelassen werden.

Begonnen haben wir damit, den Bahnhof Krakow auf dem linken Rechtecksegment zu platzieren und die Länge des leicht gebogenen Bahnsteiggleises für einen Donnerbüchsenzug mit einer V 100 (Zuglänge knapp 120 cm) vorzusehen. Die Einfahrt mit der dazugehörige Bogenweiche legten wir in den Bogen, der sich auf den Segmenten des kurzen "L"-Schenkels befindet.

Gnoien, der Güterschuppen, sollte natürlich auch seinen Platz finden, er wurde auf dem äußersten rechten Segment platziert, so konnten wir die Zufahrt über DKW planen und sogar noch eine kurze Ladestraße und ein Abstellgleis einbauen. Eine kleine Tankstelle für Dierselloks fand auch noch Platz; dieses Gleis wird überdies umschaltbar sein: für den normalen Fahrbetrieb oder als Programmiergleis.

Auch an eine mögliche Erweiterung nach rechts haben wir gedacht: das mittlere Gleis endet im 90°-Winkel am Anlagenrand, der Anschluß weiterer Segmente ist also unproblematisch. Sogar an andere Anlagen (zum Beispiel genormte Module) kann der Anschluß erfolgen, dazu benötigt man lediglich ein Zwischensegment, um den Gleisverlauf der jeweiligen Modul-Norm entsprechend anzupassen.